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Gardasee
Juli 2004
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So wie im letzten Jahr, wollten
wir auch heuer wieder ein paar schöne Tage am Gardasee verbringen und so wurde
erstmal professionell ein Zimmer bei Sergio organisiert:
<tuuut tuuuut>
Lisa?: "Pronto"
Andy: "Buona siera, ich möchte gerne ein Zimmer reservieren",
Lisa?: "Aspetti per Sergio!"
<Pause>
Sergio: "pronto"
Andy: "Ciao Sergio, come stai? Sono un´ amico di Alessandro Seger".
"E possibile riservare un camere dal" .. und jetzt auf deutsch, weil
Sergio besser Deutsch als ich Italienisch kann ... "26. bis 29. Juli?"
Sergio: "Ist keine probleme"
Andy: "Va bene, ich freue mich schon"
Sergio: "Bene, eine Zimmer vom 26. bis 29."
Andy: "Si, grazie"
Sergio: "grazie, ciao ciao"
Andy: "ciao Sergio!"
Samstag, 24.7.2004
Nachdem der Wetterbericht
für Samstag schon nichts gutes vorhergesagt hat (na gut, das bedeutet nicht
wirklich viel, weil was die sagen ...) und es auch tatsächlich in der Nacht
geregnet hat, haben wir erst gegen 1000 aufgesattelt. Über die A1, S6 und
S36 haben wir das erste Stück zügig und ab Kapfenberg auch im Regen
abgeritten. Ab Judenburg war es dann wieder trocken und ab Stadl an der Mur dann
auch schon wieder nass...
Statt der Turrach sind wir diesmal über die Flattnitz gefahren, die Strecke ist
eine nette Alternative, leider hat es geregnet und so sind wir dementsprechend
verhalten gefahren. Weiter über den Ossiacher See (da schon wieder ohne Regen),
Villach und rauf auf den Wurzenpass. Da es noch immer schön trocken war, haben
wir gleich den Vr¹iè - zum ersten mal von der Nordseite - erklommen und sind
dann über den Predil hinunter nach Tarvis. Ein kurzes Stück auf der
Kanaltalstraße (die ist fast so breit wie die Autobahn) und dann hinauf auf den
Passo di Pramollo - Nassfeld - nun schon wieder im Regen. Anstatt im Regen nach
Tröpolach hinunter zu gurken, haben wir uns gleich in einem Hotel
auf der Passhöhe einquartiert. Gut gegessen, gut getrunken, ziemlich
schnell im Bett versunken.
1015-1830, 507 km
Sonntag, 25.7.2004
Unser heutiges Tagesziel liegt am Ritten bei Bozen, also habe ich noch
schnell telefonisch ein Zimmer
bestellt (dazu sind ja keine Italienischkenntnisse notwendig). Bei
Sonnenschein - der uns den ganzen Tag begleiten wird - fahren wir das Nassfeld
wieder auf der italienischen Seite hinunter und dann durch's Val d´ Aupa (sehr
nett zu fahren) wieder auf die Kanaltalstraße. Dann in ziemlich gerader Linie
von Ost nach West: Tolmezzo, Ampezzo, Passo di Mauria, Lorenzago, dann ein
Schwenk nach Süden über den Passo Cibiana, Zoldo Alto, Fedáia nach Canazei.
Dort ein wenig Stress mit dem Sch... Tankautomaten, mit halbvollem Tank weiter
nach Vigo di Fassa und rechts ab auf den Karerpass, dann über den Nigerpass -
sehr schön zu fahren - durch das Tierser Tal hinunter nach Bozen und rauf auf
den Ritten. Am Ritten - wie immer - Gaaaaaaaas!
0945-1615, 326 km
Montag, 26.7.2004
Endgültige Anreise zum Gardasee, und das geht so: Den Ritten wieder
hinunter, Eggental, Passo di Lavazè (sehr schön!), Predazzo und Passo di
Rolle. Der Rollepass ist grenzgenial, ca. 43km(!) nur Kurven, breite Fahrbahn,
bester Belag und kaum Verkehr. Dann über den Passo di Brocon hinunter ins Val
Sugana und auf der Schnellstraße bis Trento. Dort suchen wir ein bissl herum,
bis wir endlich die Auffahrt zum Monte Bondone (grenzgenial) finden und reiten
hinunter nach Dro. Der Rest ist klar: Arco, Riva und Gardesana Occidentale bis
km 88. Zimmer ausgefasst, geduscht und erstes Abendessen auf der Terrasse.
1000-1700, 329 km
Dienstag, 28.7.2004
Zum Aufwärmen starten wir mit einer Standardrunde über Gargnano, Tremosine
und durch die La Forra Schlucht. Dann hinauf bis Riva, Nago, Mori und von dort
nach Süden, rauf auf die Monte Baldo Höhenstraße. Dann über Garda nach Torri
del Benaco und die Küstenstraße entlang bis Castello di Brenzone. Dort dann
steil hinauf auf den Passo di Telegrafo. Der ist ziemlich eng, die Straße sehr
schmal und die Qualität des Straßenbelages nimmt mit zunehmender Höhe rasch
ab. Sicherheitshalber bleibe ich erst stehen, als wir oben angekommen sind und
setze mich den wüsten Beschimpfungen von Andrea aus ;-) In Wahrheit war es aber
eh nicht so schlimm und die Aussicht auf den See ist immerhin sehr fein!
Über San Zeno di Montagna fahren wir wieder hinunter nach Torri und entern dort
die Fähre um nach Toscolano zu übersetzen.
Zum Abschluss noch ein Eiscafe in Gargnao, bevor wir wieder unser Quartier
aufsuchen.
1000-1700, 234 km
Mittwoch, 29.7.2004
Andrea beschließt einen Ruhetag einzulegen und so fahre ich alleine und zügig
;-) Richtung Lago di Valvestino, mache einen kurzen Schlenker über Turano, stecke
dort für 15 Minuten zwischen einem Lieferwagen und dem Auto des Postlers fest,
um dann festzustellen, dass ich mich in einer Sackgasse befinde...
Hinunter zum Idrosee und bei Anfo links rauf auf's Maniva. Bei der Auffahrt
steht allerdings eine provisorische Fahrverbotstafel und ich überlege einige
Zeit einfach trotzdem zu fahren, beschließe dann jedoch dies bleiben zu lassen
und entscheide, mir die Strecke über Vestone, Belprato und Cóllio mal
anzuschauen um von dort auf's Maniva zu fahren. Die Entscheidung war aus zwei Gründen
richtig: Erstens ist diese Strecke ziemlich schön zu fahren und zweitens war
das Maniva kurz vor dem oberen Ende wegen eines Felssturzes gesperrt, der
absolut unüberwindbar gewesen wäre und den ich so von
der anderen Seite fotografiert habe.
Dann über die Radarstation (Dosso dei Galli) auf die Schotterpiste des Croce
Domini und von dort über Bagolino wieder runter zum Idrosee. Über Storo
durch's Val di Ledro nach Riva.
Dort beschließe ich dann den Tremalzo zu fahren und tanke sicherheitshalber mal
auf. Über Limone geht es zum Einstieg des Tremalzo auf halbwegs asphaltierter
Straße hinauf zum Passo Nota. Dort geradeaus (1. Fehler) und irgendwann verende
ich auf einem Wanderweg, schaffe es mit Müh und Not die Blunzenkuh zu wenden
und fahre zurück zum Passo Nota. Genaueres Studium der Straßenkarte und des
Wegweisers (!) zeigt mir, dass es von unten kommend vor dem Passo Nota scharf
links abgeht. Außerdem habe ich da gerade ein Auto rauffahren gesehen, an das
ich mich gleich anhänge. Ab dieser Spitzkehre ist die Straße auch nicht mehr
asphaltiert und der freundliche Autofahrer bleibt in der ersten Kehre stehen um
mich vorzulassen. Grummel. Ich habe kein gutes Gefühl, weil eine Kehre nicht
der richtige Platz ist um vorbeizufahren, aber da er nicht weiterfährt fahre
ich an, mit zuwenig Gas (2. Fehler) und Platsch, da liegt sie. Erst nach dem ich
heftig gestikuliere steigen die beiden Wiener aus ihrem Auto und helfen mir das
Moped aufzurichten. Eine winzige Delle im Tank und natürlich ein abgeschundener
Ventildeckel sind die augenscheinlichen Schäden. Naja, mit 3.300km auf der
Uhr g'hört sie eh schon längst eingestürzt. Kurz überlege ich wieder runter
zu fahren, aber da ich erstens schon in der Mitte der Strecke bin und zweitens
die Schrammen eh schon drinnen sind, fahre ich weiter nach oben. Die Straße ist
schon abenteuerlich, ziemlich ausgewaschen, ziemlich einspurig und ich würde
sie mit einem normalen Pkw nicht unbedingt fahren. Durch ein paar Tunnels,
vorsichtig immer wieder die Kehren genommen und irgendwann (wieder in einer
Rechtskehre) verreckt mir die Kiste wieder (3. Fehler) und: Platsch die zweite.
Da diesmal weit und breit niemand zu sehen ist reisse ich sie im ersten Zorn
hoch. Also ich versuche sie hochzureissen. Einmal, zweimal, mehrmals. Nix. Mit
den 30 Litern Sprit im Tank ("die kana braucht am Tremalzo...") ist
sie mir einfach zu schwer um sie auf geneigter Fahrbahn aufzustellen.
Nach ein paar Minuten kommt eine Moutainbikerin daher und angesichts ihrer schmächtigen
Figur ist meine erste Frage: "Bist Du alleine unterwegs?". "Nein,
mein Freund kommt gleich".
Passt. Zu dritt wuchten wir die Kuh - die nun auch ein paar Schrammen im Tank
hat - wieder auf, ich bedanke mich und fahre weiter...
Nach dem letzten langen Tunnel habe ich es überstanden, nach ein paar hundert
Metern habe ich endlich wieder Asphalt unter den Rädern. Kurze Pause um mit dem
Bordwerkzeug (gar nicht schlecht bestückt übrigens!) den lockeren Spiegel
anzuschrauben und fahre dann - heute zum zweiten mal - durch's Val di Ledro und
dann ins Quartier.
Der Tremalzo musste einfach sein. Punkt.
Preisfrage:
Wie bringt man den feinen Schotter vom Tremalzo in den
Handschutz?
Antwort:
Nur durch _wirklich_ extreme Schräglage!
Ersatzfrage:
Warum ist der Ventildeckel so zerkratzt?
Antwort:
Wegen der _wirklich_ extremen Schräglage!
1000-1800, 338 km
Donnerstag, 30.7.2004
Heute wollen wir den Panarotta, den wir bei der Anreise eigentlich mitnehmen
wollten aber wegen heraufziehenden Regens nicht mehr befahren haben, erledigen.
Es ist zum ersten mal richtig heiß und daher werden wir die Tour auch kurz
anlegen:
Riva, Arco, Dro, Vezzano, Trient, Panarotta (ganz nett aber kein Hammer), Levico
Terme, Bosentine, Passo di Sommo, Folgaria, Roveretto, Riva, Terrasse.
1030-1630, 255 km
Freitag, 31.7.2004
Abreise. Die einzigen Fixpunkte für diesen Tag waren wie folgt und wurden
auch in folgender Reihenfolge bei strahlend blauem Himmel absolviert:
Madonna di Campiglio, Passo Tonale (genial!), Gavia (genial!), Stilfser Joch. Am
Stilfserjoch schmeißt ein Deutscher seine 1200 GS vor mir in die Rechtskehre
(woher kommt mir das nur bekannt vor?), kann sie aber alleine aufheben und gut
ist. Wir beschließen noch bis zum Stallersattel vorzudringen und so fahren wir
weiter über Schlanders, Meran, Passeiertal auf den Jaufenpass. Weiter über
Sterzing hinein ins Pustertal und Motor aus in Antholz. Wir finden im zweiten
Anlauf einen netten
Gasthof, essen und trinken reichlich und fallen tot ins Bett.
0930-1900, 461 km
Samstag, 1.8.2004
Heimfahrt. Stallersattel, Lienz (Stau ohne Ende aber mit dem Krad kommt man
da recht flott vorwärts *flöt*), Mölltal, Turrach, Murtal und bei Judenburg
auf die Dosenbahn.
0930-1645, 514 km
Insgesamt 2964 km
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