Bozen Fronleichnam
2003

Wenn der Vater mit dem Sohne, oder so ähnlich war das Motto für die viertägige Tour Richtung Westösterreich und Südtirol. Die letzte Tour war noch nicht lange her, die nächste ist nicht mehr weit hin, zu dieser sind wir, weil Andrea an diesem verlängerten Wochenende arbeiten musste, zu zweit aufgebrochen:

Donnerstag, 19.6.2003

Um 0915 legen wir ab, Andrea hat beschlossen, uns ein Stück zu begleiten. Am Vortag habe ich noch neue Reifen montiert (Metzeler Tourance), die Kisten gepackt und geht schon. Direkte Linie via Gerichtsberg, Hainfeld, Traisen, Annaberg, Josefsberg, Erlaufsee, Zellerrain bis Palfau. Die Straßen sind tw. feucht, der Himmel 8/8 bewölkt, aber bis jetzt kein Regen. Nach der Mittagspause kehrt Andrea um und wir stoßen weiter Richtung Westen vor. Wer zuerst da ist, ruft den anderen an. Passt. Kurz vor der Auffahrt zum Hengstpass ist noch immer die gleiche Baustelle wie vor zwei Wochen mit dem Unterschied, dass der Sand diesmal nass ist. Nach ein paar Metern weiß ich auch, warum mich auf dem Stück bis jetzt keiner gegrüßt hat, als mir das Governal auf einem seeeehr rutschigen Stück kurz quersteht. Na servas, schwitz!. Hochkonzentriert und nur mäßig entspannt fahre ich durch die Baustelle durch. Dann rauf auf den Hengstpass, wo es ein wenig zu nieseln beginnt. Naja, Pech gehabt. Weiter über den Phyrnpass nach Schladming und über kommode Kurven nach Ramsau, vorbei am Dachstein nach Filzmoos. Sehr nett. Von Eben im Pongau bis Bischofshofen nehmen wir die Autobahn. In Bischofshofen ruft Andrea an, sie hat also das Rennen knapp gewonnen. Immerhin musste sie das Regengwandl anziehen, bei uns scheint die Sonne, also rein nach Mühlbach und rauf auf den Dientener Sattel. Gaaaaaaas.
In Dienten quartieren wir uns nach kurzer Suche im Hotel Hochkönig ein, nehmen ein Manöverbier und verziehen uns dann in die Sauna. Sehr angenehm! Nach gutem Abendessen liegen wir relativ bald in den Federn.

400 km

Freitag, 20.6.2003

Als ich in der Früh aus dem Fenster schaue, ist alles trocken und die Sonne scheint. Als wir dann um 0915 fertig zum Ablegen sind, nieselt es. Das bedeutet, dass wir das schöne Stück von Dienten hinunter nach Saalfelden extrem vorsichtig und langsam fahren müssen. Auf dem Weg nach Zell am See trocknet es aber schon mehr und mehr auf und in Mittersill strahlt schon die Sonne. Viele Südschweden sind hier schon unterwegs, wir hängen uns hinter ein paar Sportmopedisten an, Nominale + USt. Geht schon. Dann vorbei an den Krimmler Wasserfällen, rauf auf die Gerlos Alpenstrasse. Gegen Ablöhnung von 4 Euronen darf man dort auf Bitumenwürschteln herumgurken. Naja, ich kam, fuhr, und ärgerte mich ein bissl. Die Zusatztafel des australischen Verkehrszeichens ist noch immer (seit unserem letzten Lokalaugenschein 1996!) kervehrt montiert. Runter nach Zell am Ziller und von dort Richtung Norden auf die Autobahn. Ebenda ziemlich Gaaaaaaaas bis kurz nach Innsbruck. Tanken und dann auf's Kühtai. Zwei gepäck- und soziuslose BMW-Treiber aus teutschen Landen unter digitaler Bedienung des Gasgriffes grob versagelt. We showed 'em, where the Bartl gets the Most. That's the way it looks out ;-)
An der Einfahrt zum Ötztal bei grauslich blauem Himmel eine kurze Mittagspause, telefonisch Zimmer am Ritten organisiert und dann runter nach Sölden und rauf auf's Timmelsjoch. Hierorts schon 8 Euronen abgesondert, aber dafür keine Bitumenwürschtel auf der Fahrbahn. Außerdem ist die Straße und die Aussicht genial. Am Grenzübergang ein Foto für Erich gemacht und dann bergab. Erst ging's gut, dann wurde es eng und die Südschweden auf Krad und hinterm Lenkrad haben so ihre Not. Naja, wir sind brav hintennach gezuckelt, die Schlange war zu lange. An einer durch Kfz geschlagenen Schneise vorbei. Eigentlich wollten wir ja noch den Jaufenpass und das Pennserjoch bis Bozen fahren, aber es ist schon spät und die Abfahrt war ziemlich mühsam also beschließen wir das Passeiertal gleich runter bis Meran zu fahren. Irgendwie war die Entscheidung falsch, denn hier sind schon so viele Eier unterwegs, dass es sehr anstrengend ist, hinter den Schleichern herzufahren. Warm wird's auch schon ziemlich. Die Luft und die Maschin. In Meran entern wir die Autobahn, welch selbige ein Genuss zu fahren ist. Asphalt vom feinsten - Gaaaaaas. In Bozen pflügen wir kurzerhand hinter der policia durch den Stau der Stadt und erklimmen dann - zugegeben ziemlich motiviert durch die vor uns fahrenden gepäcklosen Sportmopedfahrer - den Ritten. Der Ritten g'hört beritten. Wissma eh. Schade, dass die sportlichen nicht den gleichen Gasthof wie wir ansteuern, ich hätte mir dort nämlich ein "Dafür dass ihr kein Gepäck mithabt und alleine oben sitzt's fahrt's eh ganz guat" nicht verkneifen können. Die Kuheuter habe ich jedenfalls ziemlich ausgepresst - Knister knister ;-)
Manöverbier auf der Terrasse, duschen, noch ein Bier, Abendessen mit einer Flasche Wein und wieder früh ins Bett.
Toller Sternenhimmel.

418 km

Samstag, 21.6.2003

Beim Frühstück komme ich mit mir endlich über den weiteren Routenverlauf ins Reine. Von den drei Tischen auf denen die Frühstückssemmeln in irgendwelchen Taschen verschwinden sind drei von meinen Lieblingsnachbarn besetzt. Ich mag sie, ehrlich.
Ich beschließe, den weiteren Verlauf eher klassisch anzulegen: Bozen, Eggental, Karerpass, Fedaia (Marmolada), Sottoguda, Giau (jaja, ciao di giau), Cortina d' Ampezzo, passo tre croci, Mittagspause am Misurinasee. Drei Zinnen Blick, aber dann in Toblach nicht rechts ab nach Österreich sondern noch ein Stück links rasen bis Rasen und dort ins Antholzertal zum Stallersattel. Genialste Strecke, blauer Himmel, wenig Verkehr (zumindest nur Durchlaufposten) - Gaaaaaaas. Wir kommen knapp 10 Minuten vor unserer grünen Viertelstunde (ja, die legendäre Einbahnregelung) an und nehmen relativ weit vorne Aufstellung. Vor den Harleykrapfen. Aber beim Start habe ich dann ein wenig geschlampt und so ist mir ein Kärtner Dosist mit seinem Heizöl-Reisbomber sturen Blickes vorgefahren. Schas. Nicht das ich ihn genötigt hätte, aber er hat sich dann relativ bald in eine Ausweiche gedrückt und mich vorgelassen. Der teutsche Kradist, der in jede Kurve hineingeeiert ist war auch bald vollstreckt und ab da gehört die Strecke nur Dir. Um den Gegenverkehr braucht man sich ja nicht kümmern und somit geht's gut bergan. Bergab dann einen längere Schotteretappe, GsD ist es hier nicht feucht und somit halb so wild (dafür doppelt so lange). Das fesche Mädl auf dem gelben Streetfighter mit steilem Auspuff überholt (siehe unten, vorletzte Reihe, ganz linkes Bild). So fesch sie war, so schlecht sie fuhr. Naja, "hob nur g'schaut".
In Lienz haben wir dann sowohl die Mineralwasser- als auch die Geldvorräte ergänzt und sind wenig später gleich wieder 17 Euronen losgeworden: Großglockner Hochalpenstrasse. Ziemlich gutes Wetter. Franz Josefs Höhe. Nach Hause telefonieren. Fotos: Pasterze mit Junior, Junior mit Pasterze. Weiter auf die Edelweißspitze. Massenhaft SMS verschickt. Gute Fernsicht, wir peilen den Glockner und sehen den Zellersee.
Stechen dann bergab unter Vollstreckung von zahlreichen Bremsmeistern bis Bruck an der Glocknerstraße und weiter bis Rauris.
Rasche Einquartierung im Rauriserhof, Manöverbier, duschen, Abendessen und wie die alten Herren - früh ins Bett.

410 km

Sonntag, 22.6.2003

Geplanterweise legen wir um 0900 - bei strahlendem Sonnenschein - ab. Kurs Radstadt und von dort rauf nach Obertauern. Wieder einmal stelle ich mir die Frage, warum untaugliche Geräte von fransigen Cowboys mit Lederstulpen über der Jean ausgerechnet auf kurvenreichen Strecken bewegt werden müssen. Der Opa auf der Harley, der mich zuerst im mit 30 km/h limitierten Baustellenbereich kurz vor der Steigung (ich bin eh schon 69 gefahren, zweng der Führerscheinerhaltung) wie ein gestörter unter lautem Getuckere überholt, braucht dann nach dem Ende des Speedlimits und bei Beginn der richtigen Kurven mit seiner gottverdammten Kraxen (mit Weißwandreifen - wow)) alle zwei für unsere Richtung vorgesehenen Fahrstreifen. Einmal lasse ich ihm das ja durchgehen, aber beim zweiten mal: Huphuphuuuuuup. Wir haben dann auch noch freundlich hinübergegrüßt (...) und Gaaaaaaaas. Obertauern. Extremer Wintersportort. Naja. Aber immerhin, habe ich dort ja mal Schifahren gelernt. Runter nach Süden, durch's Murtal und dann abgezweigt Richtung Gaberl. Gaberl bin ich noch nie gefahren. Fehler. Genialste Strecke. Bester Belag. Genuss pur! Da fahre ich sicher wieder. (Nächsten Samstag, am Weg zum Gardasee, so schaut's nämlich aus.)
Kurz nach Köflach rauf auf die Autobahn und durchgestofft bis Gleisdorf. Dort tanken, Eis (Paiper - schmeckt wie damals, als ich in Obertauern Schifahren gelernt habe...), Weiz, Birkfeld, Feistritzsattel und bei Gloggnitz auf die Autobahn bis Baden, kurzes Ausschwingen im Helenental, Siegenfeld, Gaaden, Kaltenleutgeben.
Geschafft. So und so aber: Gut ist.

510 km

Gesamt: 1338 km.

Die neuen Reifen sind halbwegs ein- und an den Rändern abgefahren. Achja, dem Junior muss ich noch eine Entschuldigung für die Schule schreiben, der war ja krank ;-)

Oben bleiben

Andy

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Tunnel
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Grins
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Krimmler Wasserfälle
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Kühtai
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Kühtai
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Ötztal
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Ötztal
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Timmelsjoch
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Timmelsjoch
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Timmelsjoch
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Timmelsjoch
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Timmelsjoch
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Timmelsjoch
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Ausblick vom Ritten
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Eggental
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Fedaia
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Fedaia
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Fedaia
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Marmolada
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Fedaia
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Fedaia
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Giau
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Giau
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Misurinasee
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Stallersattel
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Stallersattel
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Stallersattel
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Stallersattel
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Antholzertal
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Stallersattel
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Stallersattel - Fesche
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Nach Hause telefonieren
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Junior mit Pasterze
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Blick zur Edelweißspitze
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Blick zur Edelweißspitze
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Blick von der Edelweißspitze
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Glocknerpeilen
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Junior auf der Edelweißspitze
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Glocknerabfahrt
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Staubige Kuh
 

This page was last updated on: 21.11.2003