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Südtirol und Slowenien
Mai 2001
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Um die neue Kuh standesgemäß
auszuführen, brachen wir Ende Mai zu einer vier Tage dauernden Tour nach
Südtirol auf. Mit dabei waren
Eva und Andi, sowie
Babsi und Andi B. (auf Varadero).
Donnerstag, 24.5.2001
Wir treffen einander um 0800 bei
Eva und Andi, wo wir um
0835 ablegen. Über die Standardstrecke geht es nach Hainfeld, Annaberg,
Josefsberg, Erlaufsee, Zellerrain, durch's Gesäuse nach Trieben. Mittagspause in
Hohentauern. Oberwölz, B96 bis Tamsweg, B95 bis Predlitz auf die Turracherhöhe
(1783m). Beim Rauffahren zeigen wir einem hinter uns fahrenden, sehr motivierten
Sportmopedfahrer den Auspuff, genauer gesagt den Endtopf, weil um den gesamten
Auspuff zu zeigen, müssten wir unsere Geräte ja aus deren angestammter Lage
bringen. Hubraum rulez ;-) Beim Runterfahren befreien wir in einer stark nach
innen hängenden Linkskurve einen Ducatisten von seinem nun geschundenen Gerät,
der beim Einfahren aus einem Feldweg neben der Kurve irgendwie zu unsanft mit
dem Gasgriff umgegangen ist. Verletzt ist nur sein schönes rotes Moped, er
selbst ob der erlittenen Niederlage nur schwer betroffen.
Weiter
geht's über die Nockalmstraße (Ablöhnung von ATS 90,-), B99, Greifenburg,
Oberdrauburg (es regnet leicht), Kötschach-Mauthen, wo wir um 1845 das
vorbestellte Quartier
beziehen.
539km
Freitag, 25.5.2001
Um 0915 legen wir ab, tanken unsere Brieftaschen beim
Bankomat und fahren dann
durchs Lesachtal Richtung Südtirol. Bei einer Baustelle unterschätze ich beim
Vorschlängeln (gemäß
§12, Abs. 5 StVO) die Breite der Aluminiumkoffer und touchiere die
Stoßstange eines bayrischen Opeltreibers, der die Angelegenheit mit den Worten:
"Muaßt hoit a weng aufpassen, gei" aus der Welt schafft. Über Toblach geht's
nach Landro, wo wir Horst und Maria (Bandit 1200) treffen.
Gemeinsam
fahren wir nach Cortina d'Ampezzo, mit der Herde auf den Falzarego, wo in einer
Kurve ein BMW-Treiber eben sein Gerät wieder aufrichtet. Die teilweise engen
Kehren des Passes machen mir mit der schweren Kuh ziemlich zu schaffen, da muss
ich noch an der richtigen Technik arbeiten. Über Valparola fahren wir hinunter
Richtung St. Kassian, wo wir kurz vorher, in der Nähe des
Campingplatzes,
auf dem wir schon einige Male genächtigt haben, eine sonnige Mittagspause
abhalten.
Über Corvara geht es auf das Grödner Joch (es regnet leicht) hinunter nach
Wolkenstein (wo kurz nach dem Regen wieder die Sonne scheint) und beschließen,
Richtung Ritten vorzustoßen und dort Quartier zu beziehen. Durch St. Ulrich,
Kastelruth (die Spatzen haben wir GsD nicht gesehen!), Seis, Völs am Schlern,
Blumau, Bozen geht es zum Poserberg der Bozener.
Hinauf durch Unterinn, Klobenstein und Lengmoos ziehen sich geniale, weite,
gut einsehbare Kehren, wo man den vorhandenen Hubraum ein wenig ausnützen kann.
Am Ende der Straße, in Pemmern, beziehen wir um 1615 einen
wunderschönen Gasthof, mit
tadellosen Zimmern und genießen vorm Abendessen noch ein paar Sonnenstrahlen
sowie ein paar Biere, bevor wir uns den kulinarischen Genüssen von Küche und
Keller der äußerst netten Wirtsleute hingeben.
Das Essen war wirklich fantastisch und die Weine (deren Qualität in
repräsentativer Menge getestet wurde) wirklich exzellent. Die Stimmung war gut
und es wird für einen Teil der Truppe etwas später, bis das Haupt am weichen
Kissen gebettet werden kann. Teilweise sind Irritationen beim Auffinden des
eigenen Bettes überliefert, worüber wir jedoch den Mantel des Schweigens breiten
wollen und uns nur auf eine Uhrzeit verständigen möchten: 0330.
245km
Samstag, 26.5.2001
0930:
Eine etwas reduzierte Mannschaft (Andi
W. und ich) begibt sich auf den Weg auf's Penser Joch. Das Panorama bei der
Abfahrt vom Gasthof ist wunderbar und wir fahren ganz langsam hinunter, um
möglichst viele Ausblicke genießen zu können.
Am
Penser Joch (2211m) machen wir ein paar Fotos und freuen uns, dass die
Heizgriffe schon erfunden wurden. Zurück nach Bozen, wo der Verkehr am Samstag
Vormittag nicht unerheblich ist und wieder hinauf Richtung Ritten, wo wir den
nun ausgeruhten Andi B. und Babsi treffen, sowie eines heimischen Posers mit
Sportgerät insgesamt dreimal ansichtig werden, der jedesmal am Knie um die Kurve
wetzt.
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Penser Joch, 2211m
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SMS-Orgie
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Durchs Eggental, vorbei am Karersee, hinauf auf den Karerpass, wo wir
Mittagspause halten.
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Karersee
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Schlafmützen
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Über den Passo di S. Pellegrino (1918m) und den Passo di Giau
(Superpanorama!) geht es nach Cortina, Pieve di Cadore auf den Passo di Mauria.
Oben machen wir eine kurze Pause und sehen zwei blauweißrote Suzukisten äußerst
motiviert vorbeizischen. Vorm Losfahren spreche ich die magischen Worte: "Wenn's
den aufstraht, is viel kaputt" und zwei Kurven weiter unten sehen wir die eben
wieder aufgerichtete blauweißrote Suzuki, die nun ein ziemliches Leck in der
Joghurtbecherverkleidung hat.
Weiter geht's nach Tolmezzo, wo wir bei 28° einen kurzen Tankstopp einlegen und
dann durch's Kanaltal in Richtung Val di Raccolana fahren. Durch dieses
wunderschöne Tal geht es hinauf auf den Passo di Predil, wo wir die Grenze zu
Slowenien überschreiten.
Hier war ich
schon letztes Jahr mit dem Campingbus. Mit dem Motorrad geht es natürlich
etwas schneller bergan und ich bin froh, diese wunderschöne Gegend schon einmal
mit der entsprechenden Ruhe gesehen zu haben. In Bovec finden wir um 2015 ein
Quartier und verfügen uns umgehend ins nächste Restaurant um unsere
Brennstoffvorräte aufzufüllen.
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Passo di Giau
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Passo di Giau
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Passo di Giau
441km
Sonntag, 27.5.2001
Abfahrt bei
- nun schon wie gewohnt - schönstem Wetter um 0915. Durch's
Sočatal fahren wir
durch 48 tw. sehr enge Kehren (ich kämpfe immer noch mit den engen Kurven) über
den Vršič Pass
(1611m) hinunter nach Kranska Gora. Am Wurzenpass überschreiten wir die Grenze
nach Österreich, weiter über die B85 nach Ferlach, über den Gallizienberg
(geil!) nach Bleiburg, wo wir Mittagspause halten. Vor uns liegt die Soboth,
welche eine Stunde später schon hinter uns liegt. Die Organspender sind
unterwegs und ich lasse mich gerne überholen, führe weiters einen Bremstest
durch, als ein Mopedauto in einer (GsD übersichtlichen) Linkskurve vom Feldweg
auf die Straße hoppelt.
Durch Deutschlandsberg Richtung Graz, welches bis Gleisdorf auf der Autobahn
umfahren wird. Ich stelle fest, dass es ab 130km/h auf der Kuh nicht lustig ist,
kein Wunder, bei dem relativ kleinen Windschild. Weiter Richtung Weiz, Birkfeld,
über den Feistritz-Sattel, wo es schon nach Regen riecht.
Noch
immer trocken durch Ternitz, Puchberg. Über Weidmannsfeld auf die Ochsenheide,
wo es nun zu regnen beginnt. Die mahnenden Worte von Andi B. im Ohr ("den
Metzeler Enduro 4 habe ich auch auf der Varadero gehabt, der ist im Regen
unfahrbar") fahre ich extremst vorsichtig bergab und bremse bei langsamster
Geschwindigkeit die nächste Linkskehre an. Andi B. und Babsi, die hinter mir
fahren, wundern sich schon, dass ich plötzlich so langsam fahre, aber der eben
einsetzende Regen mahnt mich zu größter Vorsicht. Nützt alles nix, das Hinterrad
rutscht mir trotzdem ansatzlos weg und bekommt kurz darauf wieder Grip, was zu
einer sofortigen Einmeisselung des rechten Zylinders in den Asphalt und einem
hurtigen Abflug meinerseits über die hohe Seite (was
ist ein highsider?) führt. Ich detoniere einen Meter neben meinem Moperl und
teste den Schulter- und Ellenbogenprotektor meiner Jacke.
50km vor der Heimat, nach knapp 1700km. Blede G'schicht. Passiert ist aber nix
Wesentliches, die Geschwindigkeit war ja bereits so niedrig, dass ich mich an
härtere Abgänge vom Mountainbike erinnern kann. Der rechte Alukoffer
verabschiedet sich beim Sturz sofort aus der Halterung und wird im Nu mit Draht
(ja, Andi hat doch
tatsächlich eine Rolle Draht mitgehabt, was ich anfangs schon ein wenig
belächelt habe) befestigt.
Pirron und Knapp wussten dies schon in den Fünfziger Jahren zu berichten:
"Und damit er uns ned obefoit drumm hab'n man dann mit Droht,
an die Stangen bunden, sehn's es is scho guat waun ma an hot."
Na bitte, guat woas. Ich sammle die Einzelteile des Blinkerglases ein
(Blinker sind ja sowieso
Verschleißteile), prüfe den bereits vom Vorbesitzer in der Blinkerhalterung
applizierten Zwei-Komponentenkleber, putze mir den Staub von der unversehrten
Montur und fahre über die (mittlerweile eh schon wieder) aufgetrocknete Straße
weiter. Den (noch ziemlich neuen) Enduro 4 werde ich umgehend gegen einen
bewährten T66 tauschen. Vorne habe ich das ja schon getan, da war bei km 25.000
noch die Originalbestückung drauf! Wie soll denn ein Reifen, der so hart ist,
auf nasser Fahrbahn halten...? Glumpert, elendes.
Die letzten Kilometer bis nach Hause liefere ich keine weiteren Einlagen und
parke die Kuh um 1945 daheim ein.
535km
Ein tadelloser Ausflug und insgesamt 1760km liegen hinter mir. Schön war's.
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