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Nordkap
4.7. - 29.7.2001
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21.Tag, Dienstag, 24. Juli 2001
Wunderschöne Strecke, schlechtes Wetter. Heute haben wir einiges vor und
daher wird zum ersten Mal in diesem Urlaub der Wecker auf 0755 gestellt, dass
wir um 0800 noch im Bett liegend Nachrichten hören können und dann
ausnahmsweise etwas früher aufstehen. Schon um 1000 sind wir fertig (wenigstens
eine schön heiße Dusche - NOK 10,- für 8 Minuten - gibt es auf dem Platz) und
fahren die E16 nach Bergen. Es regnet noch nicht und wir kommen kurz vor 1200
an. Es dauert ein wenig, und das muss ich loswerden, weil die Norweger
unpackbare Geschwindigkeiten fahren. 80 bedeutet heute 70 auf trockener
Fahrbahn. Aber in den Tunnels, da überholen sie auf Teufel komm raus. Ich packe
das nicht, füge mich aber mit meiner schwer untermotorisierten Kiste dem
Schicksal. Wie auch immer, Bergen ist unbedingt sehenswert.
Bryggen, das alte Hansezentrum (ja, auch damals waren die Deutschen schon
hier) mit seinen (nach zahlreichen Bränden) rekonstruierten Hansehäusern am
Hafen. Enge verwinkelte Gassen, schiefstehende Holzhäuser, abenteuerliche
Balkone und Übergänge. Einfach herrlich, ich kann mich gar nicht sattsehen und
sattfotografieren. Am Markt erstehen wir frische Dorschfilets für wirklich
geringes Entgelt (NOK 100,- für ein Kilo Fisch!).

Wir fahren zurück zum Hardangerfjord, einer der bekanntesten und schönste
Fjorde Norwegens. Und ... es beginnt zu regnen. Bei Kvannda übersetzen wir mit
einer gut gefüllten Fähre (die Autos werden von den Lademeistern tw. mit 2cm
Abstand geschlichtet!) nach Utne, wo die Straße am Sorfjord dann einspurig mit
Ausweichen weitergeht. Natürlich kommt es zum Chaos, als ein LKW mit Hänger im
Gegenverkehr mehrere Minuten lang steckenbleibt.

Hardangerfjord
Die Landschaft hier erinnert mit ihren Obstbäumen und dem Fjord (der ja
genau so gut ein See sein könnte) sehr stark an (jetzt hätte ich schon fast
geschrieben: das heimatliche) Südtirol um Meran. Regnen tut’s halt. Bei
Odda halten wir uns auf der Straße 13, fahren (im Regen) durch wunderschöne
Landschaft, vorbei an Wasserfällen, durch unendlich viel Tunnels, teilweise
unbeleuchtet mit Kurve am Ein- oder Ausgang (ziemlich anstrengend) vorbei am
Suldalsvatnent (ein toller See), wo sich dann gegen 1900 abzeichnet, dass wir
unser für heute Abend gestecktes Ziel Jørpeland am Preikestolen nicht
erreichen werden.
Am Ende des Sees, eigentlich da, wo er in einen zweiten See (Kvilldalsvika) übergeht,
sehen wir ein wenig abseits der Straße einen Rastplatz (der aber nicht als
solcher gekennzeichnet ist, daher ist das Übernachten auch nicht explizit
verboten) mit wunderbarer Aussicht auf den See und dessen von zwei Felsen
gebildeten Abfluss. Trotz oder wegen des Regens ist die Lichtstimmung
fantastisch, Nebelschwaden steigen über dem See auf, total schräg. Wir parken
am Ende des Platzes und bereiten unsere Dorschfilets zu. Köstlichst.
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Låtefossen
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Kvilldalsvika bei unserem Eintreffen
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Frische Dorschfilets
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Köstlich!
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Aus dem Funken wird schon wieder nichts, aber angesichts des schönen Übernachtungsplatzes
werden wir das verschmerzen. Aber morgen sind wir sicher am Campingplatz und
dann gibt’s einen ausführlichen Bericht via Äther.
Billy Joel, Best Of II
370km (großteils im Regen)
22.Tag, Mittwoch, 25. Juli 2001

Kvilldalsvika heute morgen
In der Früh scheint die Sonne und nach einem Frühstück bei herrlichem
Panorama verlassen wir unseren einsamen Übernachtungsplatz gegen 1000. Durch
wunderschöne Landschaft fahren wir (unter Zuhilfenahme einer Fähre) bis Jørpeland,
wo wir gegen Mittag auf einem sehr netten Campingplatz einen funktechnisch
brauchbaren Standort belegen.
Dann geht es sofort weiter zum Preikestolen, einem Felsplateau, das 806m über
dem Lysefjord aufragt. Auf dem Parkplatz am Beginn des Wanderweges wird zuerst
gelöhnt (NOK 50,-), dann machen wir uns auf den Weg. Die Hinweistafeln
veranschlagen eine Gehzeit von zwei Stunden. Die Menschenmassen auf dem mitunter
anspruchsvollem Weg sind unpackbar. Eine richtige Karawane wälzt sich in beide
Richtungen. Aber da muss man durch, so wie am Nordkap.
Nach einer Stunde und zwanzig Minuten sind wir am Ziel angelangt. Der Felsen ist
schon mächtig spektakulär, viele Bilder werden im digitalen Fotoapparat
gespeichert. Der Junior und ich legen uns auf den Bauch, um über den Rand des
Felsens in die Tiefe zu blicken, Andrea beobachtet das Geschehen lieber aus
sicherer Distanz.
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Preikestolen
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Vorsichtig...
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Abstieg. Karawane in die Gegenrichtung. Feinstes Schuhwerk für den felsigen
Weg allgegenwärtig. Natürlich auch eine Hubschrauberbergung, hätte mich ja
gewundert, wenn es nicht so weit gekommen wäre. Eine Stunde und 10 Minuten für
den Abstieg und dann sind wir aber auch rechtschaffen hungrig. Griller angeheizt
und Knoblauchkotletts aufgelegt. Heute lasse ich es richtig tuschen, die letzten
beiden Biere werden vernichtet.
Für morgen haben wir nur mehr den Weg zur Fähre in Kristiansand (nach
Hirtshals, Dänemark) vor. Ca. 250km, d.h. wir werden es mit der Abfahrt nicht
allzu hurtig angehen lassen, noch ein paar Abstecher machen und uns um
Mitternacht bei der Fähre einfinden um dann - hoffentlich - um 0100 Richtung Dänemark
abzulegen. Den Platz habe ich heute telefonisch reserviert, die billigste
Passage gibt’s natürlich zur unchristlichsten Zeit, aber was
soll’s, wir werden uns halt wenn möglich im Auto auf’s Ohr hauen.
Die Antenne ist heute auch aufgebaut, mal sehen, ob wir was hören ;-)
160km
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