Nordkap

4.7. - 29.7.2001

1. Tag Mittwoch, 4.7.2001

Nach relativ hektischer Einpackerei am Vortag fahren wir letzendlich um 0900 ab. Über die Westautobahn, Passau usw. geht es über die deutschen Autobahnen Richtung Norden. Das ist echt lähmend. Andrea löst mich immer wieder für einige Stunden ab, sonst würde ich das nicht packen. Irgendwo zwischen Hamburg und Lübeck duschen wir an einer Autobahnraststätte (der Meister hinter der Budel betont, dass er ausschließlich "Teutsche" Mark zum Duschen akzeptiert, ein Mitbezahlen mit der Spritrechnung mit Eurocard kommt nicht in Frage. Wir finden noch Märker und duschen zur Strafe alle drei zum Preis von einem. So schaut’s aus, preußischer Freund) und steuern anschließend einen Parkplatz kurz vor Fehmarn an. 2305, es ist noch immer dämmerig, wir haben Blick auf die Ostsee, der Übernachtungsplatz direkt an der Straße ist gar nicht schlecht. Eine Menge anderer Wohnmobile steht ebenfalls dort. Passt. 1287km, reicht für einen Tag, aber da muss man einfach durch.

2. Tag, Donnerstag, 5.7.2001

Abfahrt um 0700. Nach Puttgarden ist es nur ein kurzes Stück, wir wollen vor dem Verladen auf die Fähre unser Frühstück einnehmen, kommen aber nicht dazu, da die Verladung schon nach wenigen Minuten beginnt.

Vogelfluglinie: Puttgarden - Rødbyhaven. Eine Stunde, an Deck pfeift der Wind, die Sonne scheint und wir frühstücken unmittelbar nach der Ankunft in Dänemark. Abblendlichtpflicht!
Mit dem Kombiticket fahren wir mit der nächsten Fähre von Helsingør nach Helsingborg und betreten schwedischen Boden an der Stelle, an der wir ihn 1996 zum ersten Mal betreten haben. Keine Grenzkontrolle, der neue Pass für den Junior war also bis jetzt eine Fehlinvestition ;-)


Auslaufen aus Helsingør


Schloss Helsingør

Nach Stockholm sind es laut Motormännens Sverige vägatlas noch 560km, das ist uns zu viel, wir beschließen nur bis zum Vätternsee zu fahren und stationieren uns auf dem Campinplatz in Vadstena, auf dem wir 1996 bei der Heimreise schon direkt am See übernachtet haben. Diesmal ist er ziemlich voll und die erste Reihe - direkt am See - natürlich besetzt. Gegen 2300 verschwindet die Sonnenkugel endlich hinter dem Horizont, was wir vom Seeufer aus beobachten. Erst um diese Zeit denkt man hier schön langsam ans zu Bett gehen, wir haben von der Hitze auch genug. Immerhin waren wir zweimal im See schwimmen, dessen Wassertemperatur ziemlich angenehm ist, wesentlich wärmer als damals. Von wegen kühler Norden...


Abendessen am Vätternsee


Abendstimmung am Vätternsee

Bryan Adams - Unplugged
594km

3. Tag, Freitag, 6.7.2001

Nach angenehmem Schlaf schaffen wir ein Ablegen schon um 0950 und steuern unser nächstes Ziel, Stockholm, an.
Hier besuchen wir das Vasamuseum, welches wir bei unserem ersten Besuch in der schwedischen Hauptstadt 1996 völlig übersehen haben. Das 1628 gesunkene Kriegsschiff ist nach seiner Bergung 1961 nahezu völlig unversehrt erhalten. Gigantisch und noch dazu völlig klimatisiert. Angenehm bei Außentemperaturen knapp an der 30° Marke!


Im Vasamuseum

Kühler Norden. Pah, wir schwitzen wie in der Sauna bis wir endlich in Västerås ankommen, wo wir am Campingplatz übernachten wollten. Schon bei der Anfahrt sehen wir jede Menge amerikanischer Straßenschlitten, deren Besatzungen aus ziemlich alkoholisierten jungen Männern besteht. Ein Großteil biegt auf den von uns ausgesuchten Campingplatz ein, was uns zu einer sofortigen Umkehr bewegt. Der nächste Platz in Halstahammer ist auch zum Bersten gefüllt und den Platz außerhalb, direkt an der Straße, lehnen wir nach einer kurzen Besichtigung dankend ab. Den Campingplatz bräuchten wir eigentlich nur um zum Duschen!
Kurzerhand wird ein Ausflug in die Natur geplant. Ab - auf die kleine Straße bei Lisjö, die direkt an einem See vorbeiführt. Hier ist es - abseits der Hauptroute - absolut natürlich. Eine schmale Straße führt kilometerlang durch den Wald, wir stoppen am See und schwimmen eine Runde. Das Wasser ist so warm, wie ich es zum letzten Mal in der Karibik erlebt habe. Kein Theater. Halbwegs erfrischt suchen wir an der Zufahrtsstraße zum See einen Übernachtungsplatz und parken uns mitten im Wald ein. Hier werden gegen 2000 die frisch gekauften Fische in der extra dafür mitgenommenen Teflonpfanne gebraten. Köstlich.
Um 2200 ist es noch immer taghell und im Auto ziemlich warm. Ich weiß noch nicht, wann wir schlafen gehen, aber vor Mitternacht ist es bei der Helligkeit sicher nicht zu schaffen. Ich lese Umberto Eco - Das Focaultsche Pendel. In vier Wochen werde ich das ja schaffen.

Midnight Oil - Diesel and Dust (Der Name ist Programm)
438km

4. Tag, Samstag 7.7.2001

In der Nacht werde ich jeweils um 2, 4 und 6 Uhr munter. Es ist immer gleich hell. Irgendwie lässig. Aus dem Gemüse geht es nach einem Frühstück nach Falun, wo wir das Kupferbergwerk besichtigen. 5° Grad hat es unter Tag. Eine Stunde lang ziemlich angenehm. Aus Falun kommt übrigens die schöne rote Schwedenfarbe, mit der hier mindestens jedes zweite Haus gestrichen ist.
Weiter zum Siljansee, wo wir auf einer Halbinsel bei Sollerön auf dem Campingplatz übernachten und zum ersten Mal Funkkontakt mit der Heimat herstellen. Es geht um 2200 nicht schlechter als daheim. Superstarke Signale, ich muss nur Schluss machen, weil meine Versorgungsbatterie schön langsam leer wird.
Dieses Problem ist mir nicht neu, 1996 hatte ich auch Schwierigkeiten, die Batterie voll zu bekommen. Nachdem hier ständig mit Abblendlicht gefahren werden muss, bleibt von der Lichtmaschinenenergie nicht mehr viel zum Nachladen der Batterie übrig. Der Kühlschrank will ja schließlich auch bedient werden.


Siljansee


Siljansee

3 Doors Down
275km


This page was last updated on: 30.08.2004