1. Tag: Freitag, 25.8. - BaustelleLange hat es ja diesmal nicht gedauert, seit der letzten Ausfahrt. Diesmal fahren wir gemeinsam mit Eva und Andi, die ihr gemietetes Wohnmobil um 16.30 in St. Pölten übernehmen. Nach dem Beladen und einem Kaffee fahren wir gegen 18.00 auf die längste mir bekannte Baustelle (genannt A1-Westautobahn) auf und kämpfen uns durch zahllose Gegenverkehrsbereiche bis zum Chiemsee vor. Dort suchen wir in Prien gegen 22.00 einen Wohnmobilstellplatz, den wir in einer "Karte der deutschen Wohnmobilübernachtungsplätze" als für uns günstig befunden haben. Nach endlos scheinender Sucherei landen wir schließlich um 22.30 vor einem geschlossenen Schranken, da der Platz nur zw. 08.00 und 22.00 geöffnet ist. Die schnell gefasste Überlegung, den Schranken zu demontieren (Steckschlüsselsatz bis 34mm ist mit an Bord!) verwerfen wir ebenso schnell wieder und beschließen, einfach auf der Straße vor dem Platz stehenzubleiben. Na bitte gleich zwei mal DEM 14,- gespart, auch nicht schlecht. Abendessen und Mütze gegen halb zwölf. 2. Tag: Samstag, 26.8.
Nach der Tagwache um 07.30, Frühstück usw. Abfahrt um 08.30 Richtung
Kufstein. Bei Innsbruck verlassen wir die Autobahn und fahren durchs Sellraintal
übers Kühtai (2017m) weiter durchs Ötztal in Richtung Süden, um am Timmelsjoch (Passo
di Rombo 2509m) erstens ATS 65,- als Mautgebühr zu entrichten und zweitens die
Grenze nach Italien zu überschreiten. Nach der Abkühlung im Pool wird sofort wieder Hitze erzeugt. Aber nur im Griller.
Warm und angenehm ist die ganze Nacht. Wir schlafen (zum ersten mal seit wir den Bus haben) bei komplett geöffneter Schiebetüre und atmen die ganze Nacht die wunderbare Luft. Gelsenfrei, übrigens. Unglaublich, das gibt sowas in Estereich, ähhh Italien.
3. Tag: Sonntag, 27.8. - Making movies und "Lustig ist das Zigeunerleben".
Am Stilfserjoch Ohne gewogen zu werden (siehe Schweiz 1999), überschreiten wir die Grenze in die Schweiz und rasten am Fuße des Umbrailpasses, als plötzlich ein Reiter bei uns stehenbleibt, aus dessen MV Augusta es rausraucht! Na bumm, wir eilen sofort hin, um unser Hilfe anzubieten. Der wackere italienische Pilot weiß im Moment vor lauter Panik eh nicht, was los ist. Wir betasten Bremsflüßigkeitsbehälter (schön oben anfangen, mit der Diagnose!), Bremsleitungen (Stahlflex, nur vom Feinsten), linke Bremsscheibe (eiskalt), rechte Bremsscheibe (ui, sauhaas). Aha: Bremskolben klemmt wahrscheinlich, "sollen wir Dir das runterschrauben? "Jetzt nicht, ist noch heiß". Recht hat er. Wir nehmen also auf der Decke in der Wiese Platz und speisen erstmal unseren prosciutto con olive. Nach einiger Zeit beschließt er, unseren Fähigkeiten als Mechaniker doch nicht zu trauen und fährt weiter. Uns is wurscht. Nein, ich schreibe jetzt nichts über die Qualität von italienischen Motorrädern! Über den Ofenpass (den haben wir schon 1999 befahren) geht's bis St. Moritz, wo wir in Pontresina einen naturbelassenen Campingplatz direkt am Fluss beziehen. Während ich auf die Champingnonschnitzel warte, schreibe ich schon wieder übergebührlich lange Berichte und höre "Dire Straits - Making Movies". Vom Ausblick auf die Berninagruppe schreibe ich jetzt nichts, weil: es regnet
und ich habe im Moment keinen Ausblick. Aber besser keinen Ausblick, als keine
Aussicht, denk' ich mir halt und schiebe die nächste Scheibe in den CD-Player: Da Van (Van Morrison) |
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